Liebe Kundin, lieber Kunde
Wir haben Grund zum Feiern! Teil 3
In den letzten beiden Kundenbriefen erzählte ich Ihnen, dass das Jahr 2025 für uns ein besonderes Jahr ist. Wir feiern unser 20jähriges Bestehen. Ich erzählte von meiner Übernahme des Reformhauses Hasler in Unterägeri im Jahr 2005, den Anfängen von «Köstliches von Haas», und von der Ladeneröffnung in Baar im 2006, und dem späteren Umzug in eine grössere Lokalität. Nun geht es weiter.
Der grosse Wurf – das Zügeln ins Zentrum.
Als 2008 das Chilemattzentrum in Unterägeri gebaut wurde, habe ich bereits darüber nachgedacht, wie das wäre, dort den Bioladen zu platzieren. Ich konnte mir jedoch nur das jetzige Coiffeur Geschäft, oder aber die Räumlichkeiten vom damaligen Restaurant La Vida vorstellen. Von 2010 bis 2014 wurde ich 4-mal angefragt, ob ich Interesse hätte, dieses Lokal zu übernehmen. Jedoch erst im Januar/Februar 2014, als ein Telefon von A. Müller kam, waren auch die Mietkonditionen so, dass es realisierbar war. 
Von da an hat es mir den Ärmel reingenommen. Es mussten noch Fragen geklärt werden, und ich holte mir Zweitmeinungen ein, die mir einen neuen Blickwinkel auf das Vorhaben gaben. Aus diesen Gesprächen und Feedbacks, zusammen mit meiner Vision, fällte ich meine Entscheidung.
Zuerst folgte eine Umbauphase. Das ehemalige Restaurant, das sozusagen bei Nacht und Nebel verlassen wurde, musste umgebaut und gründlich gereinigt werden, insbesonders die Küche. Das Bild vom zukünftigen Laden hatte ich vor meinem geistigen Auge. Im Juli wurden die Schlüssel ausgehändigt, mit Hilfe meiner Söhne, eines Architekten, Helfern und Mitarbeitern starteten wir den Umbau im September und die Grossreinigung der Küche.
Bei den Vorgängern wurde viel gebraten, und nicht nur die Dampfhaube war mit einer Zentimeter dicken Fettschicht überzogen. Mit einem Sprühgerät gefüllt mit EM (effektiven Mikroorganismen) auf dem Rücken stand ich auf dem Herd und sprühte die grosse Dampfhaube ein. Es passierte nichts. Als ich später nochmals Zeit fand, um zu sprühen, fing das ganze Fett an zu laufen, zu tropfen und löste sich allmählich, so dass es entfernt werden konnte. Bis die Küche einsatzbereit war, vergingen etliche Stunden.
Im Oktober konnte gezügelt werden. Am Samstag, 11. Oktober war das Geschäft im Oberdorf noch regulär geöffnet, danach startete der Umzug. Teils mit gefüllten Einkaufswagen zu Fuss, teils mit einem Lieferwagen, wurden Holzgestelle und Rondellen, sowie das ganze Sortiment ins Chilematt gebracht. Auch der Sonntag wurde für den Umzug gebraucht, und die folgenden drei Tag war der Laden geschlossen, bevor er am Donnerstag, 16. Oktober 2014 neu eröffnet wurde.
Ich hatte eine Ahnung, dass es etwas Grosses ist, doch hätte ich das ganze Ausmass vorher gekannt, hätte ich mich schwerer getan. Es folgten harte Zeiten.
Mein ganzes Leben ist eine Gratwanderung. Falle ich links oder rechts? Oder bleibe ich oben? Es ist immer alles möglich. Angst hatte ich keine vor dem Fall, doch ich kämpfte darum, den Boden unter den Füssen zu behalten. Nicht durch Wirtschaftsnormen, mehr durch Selbsteinschränkung und Gespräche mit den Lieferanten konnte ich alles lösen. Das Crowdfunding 2020 mit dem Mitarbeiter*Innen-Anteil gab den Kick in die andere Richtung.
Anfangs arbeitete noch mein Sohn im Laden mit, doch die Vorstellungen waren zu verschieden, so dass die Hoffnung auf eine zukünftige Weiterführung vorerst zerfiel.
Der Wechsel ins Chilematt Zentrum war deshalb ein grosser Wurf, da es auf einen Schlag mehr Mitarbeitende brauchte. Plötzlich waren da 800-900 Stellenprozente mehr. Umsatzmässig war es von Anfang an gut gelaufen, doch bei den vielen Stellenprozenten gab es auch grosse Lohnausgaben. Dazu kam, dass es beim Personal manchmal passt und manchmal eben nicht. Bis sich dies alles eingependelt hat, war viel Geld weg.
Gross war auch der Wechsel mit der Küche. (Ich visionierte schon länger eine eigene Küche.) Wurden Anfangs Mittagessen von aussen geliefert, verlagerte sich die Produktion nun in die Laden eigene Gastro Küche. Von vorher 25 Mittagessen waren es nun 40. Das Küchenpersonal bestand fast ausschliesslich aus Quereinsteiger*Innen, ohne Erfahrungen im Gastrobereich. Es mussten viele Erfahrungen erst gemacht werden, Abläufe mussten vereinfacht und gefestigt werden, damit das Mittagessen rechtzeitig lieferbereit war für Baar. Dazu kamen kleinere und grössere Caterings, Veranstaltungen im Bioladen, wie die 6-Gang Vegan Events, bei denen es einen grösseren Personaleinsatz brauchte. Menüplanung, Bestellungen und Vorbereitungen waren anfangs viel aufwendiger.
Heute, nach 11 Jahren, haben sich die Abläufe eingespielt. Dazu kam, dass Personal abgebaut oder nicht mehr ersetzt wurde, wodurch der Betrieb schlanker wurde. Durch meinen Wechsel von Baar nach Unterägeri konnte ich einige Abläufe gezielt strukturieren. Durch die konstante Anwesenheit an 6 Tagen die Woche, habe ich eine ganz andere Wahrnehmung des Ladens, der KundInnen und ihren Bedürfnissen.
Von einer gelebten Sie-Kultur zum möglichen Du
Ich bin der Überzeugung, ob Sie oder Du, es spielt keine Rolle im Hinblick auf Respekt und Achtung. Mit meiner Art, und vor allem auch mit meiner Rolle als Ladner, bin ich eher der Sie-Mensch. In den 20 Jahren, in denen ich nun im Geschäft bin, hatte ich immer wieder tolle Begegnungen und Gespräche mit Kundinnen und Kunden per Sie. In der Zwischenzeit ist aus manchem Sie ein Du geworden, was an der Haltung jedoch nichts änderte. Nun, zum 20jährigen Jubiläum habe ich plötzlich eine neue Anwandlung; ich kann mir vorstellen, mit all meinen Kundinnen und Kunden, welche möchten, «Duzis» zu machen. Der Jubiläums-Running Gag. Ich stelle mir das so vor, dass wer möchte, auf mich zukommt, bei den Anderen bleibe ich selbstverständlich beim Sie.
Unsere neuen Lernenden
In Baar hat Liridon Stoop (ausgespr. Stuup) seine Ausbildung zum EFZ und in Unterägeri Simon Gwerder seine Ausbildung zum EBA begonnen. Den Einen müssen wir aus den Träumen holen, den anderen gut erden. Wir wünschen beiden eine interessante und lehrreiche Ausbildungszeit.
Biopartner Messe
Am Sonntag, 14. September 25 waren wir als Team an der Biopartner Fachmesse im Aargau. Biopartner ist unser Hauptlieferant.
An der Messe waren viele der Firmen, von denen wir Artikel in unserem Sortiment haben, wie Naturkraftwerke, Vanadis, New Roots, Biomilk, Farfalla, Sonett, und viele mehr. Es waren an die 150 verschiedene Stände, dazu kamen viele Gespräche, Informationen, Mustertaschen und Verköstigungen. Wir sind wieder auf dem neusten Stand 😊
Schön, ward ihr dabei.

the new generation und 2 Bio-Urgesteine unter sich
Leider haben wir vor lauter Action verpasst, ein Teamfoto zu machen.
Herzlich Ihr Haasen-Team mit
Nick Haas

